Künstlerischer Text · Suzy Forel

Die Time Traveller

Wächter des universellen Gleichgewichts

Sie haben keine Namen, die wir kennen. Keine Gesichter, die wir erkennen würden. Und doch, wenn der Moment kippt, wenn eine Epoche in sich zusammenfällt oder eine Entscheidung Wellen durch Jahrhunderte schlägt, sind sie da.

Die Time Traveller.

Jene geheimnisvollen Architekten der Zeit, die sich durch die Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewegen, nicht nur in unserer Welt, sondern durch das unendliche Geflecht der Paralleluniversen, die das Gefüge der gesamten Existenz ausmachen. Ihre Mission ist von einer erschreckenden Klarheit: Sie entziehen die Zeit jenen Orten und Momenten, an denen sie achtlos verschwendet, korrumpiert oder missbraucht wird, und bringen sie dorthin zurück, wo sie mit Weisheit, Mitgefühl und Verantwortung gelebt werden kann. Sie sind die stillen Wächter eines universellen Gleichgewichts, das wir Menschen mit beängstigender Konsequenz ins Wanken bringen.

Was ist Zeit überhaupt?

Einsteins Relativitätstheorie hat uns gezeigt, dass Zeit kein absolutes Fundament ist, sondern ein formbares Gewebe, dehnbar durch Schwerkraft und verlangsamt durch Geschwindigkeit. Was in Jahrtausenden der Philosophie als Spekulation galt, ist heute Gegenstand ernsthafter Physik und zunehmend auch militärischer Aufmerksamkeit.

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft ist unklar, ob Zeitreisen in die Vergangenheit theoretisch möglich sind. Zeitreisen in die Zukunft hingegen gelten als prinzipiell realisierbar, etwa durch die extreme Gravitation Schwarzer Löcher, in deren Nähe sich die Zeit nahezu beliebig dehnen kann.

Die NATO und das Unerklärliche

Innerhalb der NATO existiert zwar noch keine formelle Doktrin zu unidentifizierten Phänomenen, doch informelle Netzwerke des Geheimdienstaustauschs haben in Häufigkeit und Reichweite deutlich zugenommen. Ob solche Phänomene auf technologische Sprünge geopolitischer Gegner, natürliche Wahrnehmungsverzerrungen, Besucher aus einer anderen Dimension oder Technologie aus einer anderen Welt zurückzuführen sind, sie fordern bestehende Erklärungsrahmen fundamental heraus.

Manche Forscher und Militärs flüstern, was sie noch nicht laut sagen dürfen: Einige der beobachteten Objekte könnten nicht durch den Raum reisen, sondern durch die Zeit.

Die Time Traveller selbst existieren jenseits dieser Frage. Für sie ist Zeit nicht linear, sondern ein lebendiges, formbares Muster, eine Partitur, die neu geschrieben werden kann, wenn die Noten in falsche Hände geraten.

Die Bilder als Weckruf

Für uns bleibt Zeit das kostbarste und gleichzeitig am meisten unterschätzte Gut unserer Existenz. Jede Sekunde, die verstreicht, ist unwiederbringlich. Jede Entscheidung, die wir im Jetzt treffen, schlägt Wellen in unsere persönliche Zukunft, in die Geschichte unserer Gesellschaft, in das kollektive Schicksal aller Welten, die mit der unseren verbunden sind.

Meine Bilder setzen genau hier an. Sie sind kein Kommentar. Sie sind ein Weckruf, ein Spiegel, der ohne Schminke zeigt, was wir mit unserem wertvollsten Gut tun. Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Nutzen wir sie, um etwas Bleibendes zu schaffen, oder lassen wir sie verstreichen, während wir auf bessere Zeiten warten, die wir selbst hätten gestalten können?

Die Bilder sollen innehalten lassen. Unbequem machen. Erinnern.

Denn nur wenn wir aus der Vergangenheit lernen, die Gegenwart mit Bedacht gestalten und die Konsequenzen unseres Handelns über unsere eigene Lebenszeit hinausdenken, nur dann können wir eine Zukunft schaffen, die dieses Wort verdient. Für uns. Für die kommenden Generationen. Für die unzähligen Welten, die in einem Geflecht mit der unseren schwingen.